Ich male Porträts. Von Tieren, von Bäumen, von Schaltern und Gegenständen. Von allem, was meine Aufmerksamkeit bindet und meine Neugier weckt.
Mich interessiert, was hinter dem ersten Eindruck liegt. Was macht ein Tier unverwechselbar? Welche Geschichte erzählt ein Gegenstand durch seine Form, seine Gebrauchsspuren oder seine Oberfläche? Und was entsteht, wenn Natur und Technik sich berühren und miteinander verweben?
Meine Bilder haben etwas Humorvolles und Leichtes. Beim zweiten Hinsehen kommt allerdings noch etwas dazu: Ein Detail, eine kleine Unmöglichkeit tritt hervor und lässt das Vertraute ins Wanken geraten.
Seit fast drei Jahrzehnten arbeite ich als Tischlerin und in der Restaurierung mit Holz, in meiner Atelier-Werkstatt. Diese Erfahrung prägt auch meine Malerei. In der Restaurierung habe ich gelernt, Schicht für Schicht zu lesen: Eine gute Oberfläche braucht einen guten Untergrund, und in Oberflächen und den Spuren im Holz lässt sich Geschichte ablesen.
Dieses Verständnis von Material fließt in meine Arbeiten ein. Ich spachtele, reiße auf, überarbeite, schleife und brenne Untergründe teilweise ab. Farbschichten entstehen, verschwinden und werden wieder sichtbar.
Mich interessieren die Spuren, die Dinge und Lebewesen in sich tragen. Schichten, Brüche und Narben erzählen oft mehr als ihre glatten Oberflächen. Manche Narben sind sichtbar, andere bleiben verborgen. Sie gehören zum Leben – und vielleicht liegt gerade in ihnen seine eigentliche Schönheit. Natur und Technik, Lebendiges und Gemachtes, Vertrautes und Unmögliches können dabei nebeneinander stehen. Nicht als Gegensatz, sondern als Ausgangspunkt für eine Geschichte.
Meine künstlerische Arbeit ist über viele Jahre aus meiner Auseinandersetzung mit Material, Handwerk und Restaurierung heraus gewachsen. Fast drei Jahrzehnte Arbeit mit Holz haben meinen Blick für Material, Oberfläche, Konstruktion und die Spuren der Zeit geprägt. Diese Erfahrung ist heute ein selbstverständlicher Teil meiner künstlerischen Arbeit.
